1881
gründeten 19 Alpenfreunde die Sektion Freiburg im Breisgau. Man wollte die Kenntnis
der Alpen erweitern sowie die „Bereisung“ erleichtern. Schon bald erlebte
der Berg- steiger- und Skifahrerkreis in und um Freiburg – das Feldberggebiet –
eine Blütezeit mit Weltpremieren: um 1900 wurde hier der alpine Abfahrts- und Tourenskilauf aus
der Wiege gehoben und nahm seinen Weg um die Welt. Und bereits zu dieser Zeit gab
es reine Damenläufe am Feldberg; herausragende Persönlichkeiten wie Wilhelm
Paulcke(1873-1949) und Henry Hoek
(1878-1951) sowie viele andere Skiasse der damaligen Zeit waren unsere Sektionsmitglieder.
Dazu muss unbedingt das Mitglied ArnoldFanck (1895-1974) genannt werden; er war für die ersten Jahrzehnte des Jahrhunderts Pionier und König des Berg- und Skifilms! In Freiburg stand die Wiege des modernen Wintersports. Um 1900 hatte die Sektion 332 Mitglieder.
1894
wurde die erste Freiburger Hütte an der Formarinalpe im Lechquellengebirge erworben.
1897
führte W. Paulcke mit Begleitern vom 17. bis 23. Januar die Durchquerung des Berner
Oberlands auf Skiern durch. Ebenfalls eine Weltpremiere des Skitourenlaufs.
1912
kam es zur Einweihung der neuen „Freiburger Hütte“ am Rauhen Joch, wo sie bis heute mit mehreren Erweiterungsbauten und Modernisierungen besteht.
1919
gründete sich in Freiburg in deutlicher Abgrenzung zur existierenden Honoratiorensektion die zweite Sektion „Breisgau“.
1925
erwirbt die Sektion „Breisgau“ ihre eigene Hütte: die heutige „Ramshalde“.
1933
ging die Eingliederung der Sektionen in das nationalsozialistische System glatt über
die Bühne: der Arierparagraph wurde eingeführt, die Juden wurden ausgeschlossen,
die Sektion hieß ‚Zweig’ und der Vorsitzende ‚Führer’.
1945
wurden alle Vereine von der französischen Besatzungsmacht verboten, so auch die
beiden Sektionen. Die „Freiburger Hütte“ wurde enteignet, die „Ramshalde“ mit
Flüchtlingen belegt.
1950
kam es zur Wiedergründung einer Alpenvereinssektion, in der die beiden verbotenen
Vereine vereinigt waren: die Sektion „Freiburg-Breisgau e.V.“ des DAV.
Mitgliederzahl 255.
1953
erscheinen zum ersten Mal die Mitteilungen der Sektion Freiburg-Breisgau des DAV.
1969
wurde die Partnerschaft mit der Sektion Franche Comté Club Alpine Français
Besançon geschlossen.
1981
100jähriges Sektionsjubiläum mit 3217 Mitgliedern; Partnerschaft mit der Sektion
Padua des CAI.
2009
hat die Sektion 7668 Mitglieder: sie ist ein für den klassischen Alpinismus und
allen neuen Sportarten und Denkrichtungen offener Verein, der mehr denn je vom
Ehrenamt seiner Mitglieder
lebt.
Die Einzelheiten der Geschichte der Sektion sind in den Festschriften von 1930, 1956, 1981 und 2006 nachzulesen. Die Zeit des Nationalsozialismus ist von Friedrich Kluge 2007 in einer Sonderveröffentlichung der Sektion mit dem Titel „Zur Geschichte der Sektion Freiburg-Breisgau des DAV in den Jahren von 1933 bis 1945“ dargestellt worden.
Wir können auf eine sehr erfolgreiche, große Tradition (um 1900) wie auf ein klägliches Versagen (um 1933) und auf ein frisches Wiederentstehen unser Sektion zurückschauen.
Das Sektionsarchiv
Die Sektion beherbergt ein Archiv, das Originale vom Gründungstag 17. Januar 1881 bis heute besitzt und das seit einem Jahr in Zusammenarbeit mit dem Zentralarchiv des DAV auf der Praterinsel in München „elektronisch“ aufgearbeitet wird. Alte interessante Fundstücke zur Geschichte der Sektion sind sehr willkommen, ebenso ehrenamtliche Helfer.





